Unsere Geschichte

HerzogAlbrecht.jpg Gegründet 1574 von Herzog Albrecht V. (1553 – 1579), wurde die Domus Gregoriana – so hieß das Albertinum die ersten Jahrzehnte – von den Jesuiten geleitet. Dabei wurde dem gerade erst gegründeten Orden ein Beitrag zu seiner beginnenden Vormachtstellung im Bereich der schulischen Ausbildung zugedacht. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts hatten sich die Jesuiten nämlich in Bayern eine Monopolstellung auf dem Gebiet des höheren Schulwesens gesichert. Die Jesuiten und das Albertinum hatten dabei gemeinsame Ziele, nämlich „die Unterweisung von Kindern und einfachen Menschen im Christentum“. Es sollte einer wesentlich breiteren Bevölkerungsschicht als bisher der Zugang zu einer höheren Schulbildung ermöglicht werden.

Mit der Auflösung des Jesuitenordens 1773 wurde auch die lange Tradition der Leitung des Albertinums durch die Jesuiten beendet. Von nun an – genauer von 1781 an - bestimmten Augustiner–Chorherren das Schicksal des Hauses und ab 1794 übernahmen Benediktiner die Aufgabe. Mit der Säkularisation wurde auch diese kirchliche Engagement beendet.

Von nun an leiteten das Albertinum stets weltliche Priester, und die Stiftungsaufsicht ging von den Orden an das „allerhöchste Schulkuratel“ des Königreiches Bayern über. Unter der Leitung von Benedikt von Holland wurde die Domus Gregoriana um das Jahr 1810 in „Königliches Erziehungsinstitut für Studierende in München“ umbenannt. Im Rahmen der damit verbundenen Veränderungen wurde das Albertinum 1806 von seinem Gründungsort in der Neuhauser Gasse in die Gebäude des ehemaligen Karmeliterklosters in die Karmeliterstraße umgesiedelt, wo es bis zur Zerstörung durch alliierte Bomber am 25. April 1944 beheimatet war. Vorangegangen waren bereits zwei Bombenangriffe am 6./7. September 1943 und am 18.März 1944. Zwischenzeitlich, nämlich 1905, war das Königliche Erziehungsinstitut in "Albertinum" umbenannt worden.

Allerdings konnte die Bomben lediglich die Gebäude des Albertinums, nicht jedoch die Stiftung als solche zerstören. Bereits im Sommer 1950 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Allerdings – mangels Möglichkeit in München – im Tegernseer Schloss der Wittelsbacher. Die Wittelsbacher hatten damit wieder einmal ihre schützende Hand über ihre Stiftung gehalten. Die Zeit am Tegernsee sollte aber nur eine Übergangslösung bis zu einem neuen Albertinum in München sein.

franz.jpg Dort wurde am 16. Juli 1963 durch Prinz Franz von Bayern der Grundstein für die neue Heimat der Albertiner gelegt. Bereits zu Beginn des Schuljahres 1964/65 konnte das Albertinum mit 150 katholischen Schülern wieder seinen Betrieb in München aufnehmen. Von nun an ergaben sich nur noch drei tief greifendere Änderungen in der Geschichte des Albertinums. Eine Generalsanierung (1990) des Hauses brachte eine wesentliche Modernisierung des Gebäudes und damit verbunden eine Erweiterung der Möglichkeiten. Das Albertinum nahm jetzt nicht nur männliche, katholische Schüler auf, sondern öffnete seine Türen auch für weibliche und nicht-katholische Kinder und Jugendliche. Und schließlich erfuhr das Tagesheim eine immer stärkere Gewichtung bis hin zur Auflösung des Internates im Jahr 1994.

Der letzte Punkt markiert zugleich einen Übergang in der Stiftungsaufsicht von einer staatlich verwalteten Stiftung (unter Aufsicht der Regierung von Oberbayern) in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechtes unter Aufsicht der Erzdiözese München und Freising, was sie bis zum heutigen Tage ist.

Ab der Auflösung des Internates im Studienseminar Albertinum blieb alleine das Tagesinternat als Stiftungszweck erhalten. Dies begann mit der Übernahme der pädagoischen Leitung durch Diakon Klaus Lermer (heute: Seminarleiter) stetig zu wachsen (1994 => 139 SchülerInnen) und hat seit nunmehr gut 10 Jahren eine konstante SchülerInnen-Zahl von über 200 AlbertinerInnen im Tagesinternat.

Im Jahr 2013 ging der langjährige Stiftungsdirektor Msgr. Dieter Olbrich nach 23 Jahren im Amt in seinen wohlverdienten Ruhestand. Seine Nachfolge trat OStD Stefan Zahlhaas Direktor des Erasmus-Grasser-Gymnasiums (heute: Ministerialbeauftragter ObbWest) an.

Nach über 50 Jahre im Dienste der AlbertinerInnen trat auch Seine königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern Ende 2013 von seinem Amt als Mitglied des Kuratoriums zurück und über ließ seinen Platz und seine Aufgaben Prinzessin Beatrix von Bayern, die ja allseits bekannt wurde durch ihre Führung des Ritterturnieres zu Kaltenberg.

Die AlbertinerInnen sind "ihrem" Herzog Franz auf ewig dankbar für seinen Einsatz und die stetige Fürsprache für sein Studienseminar Albertinum. Am 23.09.2014 besuchte ihn deshalb eine Delegation des Hauses unter Führung des Stiftungsdirektors Stephan Zahlhaas Seine Königliche Hoheit und erannten überreichten ihm die Urkunde (ausgestellt von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx) zur Ehrenmitgliedschaft im Kuratorium der Stiftung. Herzog Franz dürfte damit auf lange Zeit hin der ranghöchste Ehrenalbertiner sein.

 

Literatur:

PD Dr. Hannelore Putz, M.A., Die Domus Gregoriana zu München. Erziehung und Ausbildung im Umkreis des Jesuitenkollegs St. Michael bis 1773 (Schriftenreihe zur Bayerischen Landesgeschichte 141), München 2003.

PD Dr. Hannelore Putz, M.A,, Elitenbildung im frühzeitlichen München - die "Domus Gregoriana", in: Julius Oswald SJ, Rolf Selbmann, Claudia Wiener (Hg.), Serenissimi Gymnasium, 450 Jahre bayerische Bildungspolitik vom Jesuitenkolleg zum Wilhelmsgymnasium München (Jesuitica 15), Regensburg 2010, 61-67

Dr. Röder, Benedikt Mario, M.A. : Die Wittelsbacher Stiftung "Domus Gregoriana" zu München. Institutions- und Sozialgeschichte eines Kurfürstlichen Seminars seit Aufhebung des Jesuitenordens 1773 bis 1806. FS für S. K. H. Herzog Franz von Bayern. 2  Teilbde., Hamburg: Dr. Kovac 2009

Dr. Röder, BenediktMario, M.A., Die "Domus Gregoriana" zu München - eine Ausbildungsstätte des Prämonstatensernachwuchses, aus Analecta Praemonstratensia, tomus LXXXVI, 2010

Benedikt Weyerer, Das Studienseminar Albertinum 1900-1990,Der Weg eines katholischen Internates in München, Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V., 2011